Hier beantworte ich Ihnen einige der häufigsten Fragen (FAQ):
Was heißt Triple P und wer steckt dahinter?
Triple P steht für die drei Ps von Positive Parenting Programm, auf Deutsch: Positives Erziehungsprogramm.Entstanden ist Triple P in langjähriger Forschung und Entwicklung an der Universität von Queensland in Australien. Die wissenschaftliche Evaluation von Triple P in Deutschland wird in zwei großen Studien von der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie von der Jacobs-Stiftung unterstützt. Das bewährte Triple P-Erziehungsprogramm kann Eltern helfen, ihre Kinder liebend und gern zu erziehen und sie in ihrer Entwicklung zu fördern. Sie erhalten Anregungen, wie sie eine positive Beziehung zu ihrem Kind aufbauen und den Familienalltag einfacher und schöner gestalten können. Auch zum Umgang mit schwierigen Situationen bzw. deren Vorbeugung finden Eltern Rat und Unterstützung. Die Triple P-Zentrale in Münster wendet sich an Eltern sowie Fachleute und Institutionen im Erziehungs- und Gesundheitswesen. Sie bietet Info- und Arbeitsmaterialien für Eltern sowie deutschlandweite Fortbildungen für o.g. Fachleute.
Triple P basiert auf den folgenden fünf Prinzipien
Wie läuft so ein Triple P-Elterntraining eigentlich ab?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie ein solcher Kurs ablaufen kann. Das Elterntraining für Eltern mit Kindern im Alter von zwei bis 12 Jahren kann bei Ihnen zu Hause in Form eines professionell geleiteten Gruppentrainings mit maximal sechs Elternpaaren erfolgen. Auch in Institutionen kann ein Kurs angeboten werden, hier liegt die maximale Teilnehmerzahl bei 12 Elternpaaren. In beiden Fällen handelt es sich um vier Gruppensitzungen, die jeweils ungefähr 2 Zeitstunden dauern. Im Anschluss daran finden mit jeder Familie noch einmal vier individuelle Telefonkontakte statt, in denen Sie Fortschritte, Fragen und auftretenden Schwierigkeiten besprechen können, um die erlernten Erziehungsstrategien zu festigen und auf zukünftig auftretende Probleme übertragen zu können. Insgesamt läuft der Kurs somit über eine Dauer von acht Wochen.
Ihnen wird ein breites Spektrum an Erziehungsstrategien geboten, die Sie zum Teil in Rollenspielen einüben. Sie werden motiviert, die Erziehungsstrategien direkt zu Hause auszuprobieren und zu vertiefen. Das fördert eine schnelle und anhaltende Wirkung.
Wer leitet das Elterntraining?
Um Eltern eine gleichbleibend hohe Qualität zu sichern, wird die Triple P-Trainerfortbildung mit einer Lizenzprüfung abgeschlossen. Bereits bei der Auswahl der Interessenten für eine solche Fortbildung wird darauf geachtet, dass sie entsprechendes Fachwissen (akademischer Abschluss im pädagogischen oder psychologischen Bereich), Erfahrungen mit Elternberatung/-bildung und sicheres Auftreten vor Gruppen (Moderation, Präsentation) mitbringen. Ich selber bin gelernte Grundschullehrerin und habe darauf aufbauend die Fortbildung zur Triple P-Trainerin absolviert.
Was lernen Eltern im Elterntraining?
Das Triple P-Elterntraining wendet sich sowohl an Eltern, die Interesse an einem breiten Spektrum von Erziehungsstrategien mitbringen als auch an solche Eltern, die Schwierigkeiten in der Erziehung überwinden wollen oder deren Kinder Verhaltensschwierigkeiten zeigen.
Im Elterntraining erhalten Sie viele praktische Informationen dazu wie Sie eine positivere Beziehung zum Kind aufbauen können. Darüber hinaus erfahren Sie, wie Sie die kindliche Entwicklung, insbesondere den Erwerb sozialer und kommunikativer Kompetenzen oder von Problemlösefähigkeiten fördern können.
Außerdem finden Sie auch viele konkrete Hinweise, wie Sie schwierigen Situationen vorbeugen und mit problematischen Situationen umgehen können. Es wird an konkreten Beispielen und mit vielen praktischen Übungen deutlich, wie kleine Veränderungen im Erziehungsverhalten die familiäre Situation entscheidend verändern und für alle Seiten entspannter und schöner machen können.
Besonders wichtig ist dabei für viele Eltern die Erfahrung, welchen enormen Effekt die Konzentration auf die vielen Dinge im Familienalltag hat, die schon gut laufen, das schafft eine positive Grundstimmung. Viele Eltern machen die Erfahrung, wie viel angenehmer es ist, die Situation in der Familie statt durch Schimpfen oder Strafen besser durch die Unterstützung positiver Verhaltensweisen zu verändern.